Zucker vs. Süßstoffe: Was steckt dahinter und was heißt das für Getränke?
Süße ist nicht nur „Geschmack“. Gerade in Getränken entscheidet sie über Kalorien, Trinkgefühl, Balance mit Säure und darüber, wie schnell sich Zucker im Alltag „nebenbei“ summiert. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, was Zucker ist, was Süßstoffe sind, wie beide in Softdrinks & Co. eingesetzt werden und was „zuckerfrei“ bei Getränken konkret bedeutet.
Was ist Zucker?
Unter „Zucker“ versteht man in der Ernährung vor allem einfache Kohlenhydrate wie Glukose, Fruktose oder Saccharose (Haushaltszucker). Diese Zucker können natürlich vorkommen (z. B. in Obst oder Milch) oder Lebensmitteln und Getränken zugesetzt werden. Energetisch ist der Punkt klar: Verdauliche Kohlenhydrate und damit auch Zucker, liefern im Schnitt rund 4 kcal pro Gramm (USDA, o. J.).
Für die Gesundheitsempfehlungen ist besonders das WHO-Konzept der „freien Zucker“ relevant. Dazu zählen nicht nur zugesetzte Mono- und Disaccharide, sondern auch Zucker, die natürlicherweise in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten vorkommen (WHO, 2015). Die WHO empfiehlt, freie Zucker auf unter 10 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen; eine weitere Senkung auf unter 5 % (grob ~25 g/Tag bei Erwachsenen) kann zusätzliche Vorteile bringen (WHO, 2015).
Gerade bei Getränken spielt Zucker eine besondere Rolle, weil er „flüssig“ aufgenommen wird und damit häufig weniger sättigt als feste Lebensmittel. Das macht zuckergesüßte Getränke zu einer der unkompliziertesten Stellschrauben, wenn man die Aufnahme freier Zucker reduzieren möchte.

Die beliebte Alternative: Was sind Süßstoffe?
Süßstoffe (im Alltag oft „künstliche Süßstoffe“, fachlicher: non-sugar sweeteners) sind Stoffe, die sehr süß schmecken, aber im Vergleich zu Zucker kaum oder keine Kalorien liefern. Sie werden als Zusatzstoffe eingesetzt und sind in der EU zulassungspflichtig, sie müssen in der Zutatenliste deklariert werden (BfR, 2025). Auch EFSA erläutert, dass Süßstoffe als Zusatzstoffe zugelassen sind und auf dem Etikett über Namen oder E-Nummer kenntlich gemacht werden müssen (EFSA, 2026).
Süßstoffe werden in der EU sehr streng geprüft. Dabei gibt es ein Sicherheitsprinzip, das man sich wie einen „Sicherheitsrahmen“ vorstellen kann: den ADI-Wert. ADI steht für Acceptable Daily Intake und meint die Menge, die man jeden Tag über das ganze Leben hinweg aufnehmen könnte, ohne dass ein Gesundheitsrisiko zu erwarten ist. Für Aspartam liegt dieser Wert in der EU bei 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA kommt in ihrer Neubewertung zu dem Schluss: Solange die Aufnahme unter diesem Wert bleibt, gilt Aspartam als sicher (EFSA, 2013; EFSA, 2023).
Das heißt aber nicht automatisch, dass Süßstoffe langfristig „die perfekte Lösung“ sind – vor allem, wenn es um Themen wie Abnehmen oder das Risiko für Krankheiten geht. Denn hier geht es weniger um „ist es grundsätzlich sicher?“, sondern eher um „hilft es langfristig wirklich?“. Genau dazu hat die WHO 2023 eine Leitlinie veröffentlicht: Sie rät davon ab, Süßstoffe gezielt als Strategie zu nutzen, um dauerhaft Gewicht zu reduzieren oder das Risiko für nichtübertragbare Krankheiten zu senken (WHO, 2023). Das ist keine Alarmmeldung und auch kein „Süßstoffe sind gefährlich“, sondern eher ein Hinweis: Die Studienlage zeigt nicht eindeutig, dass Süßstoffe langfristig den gewünschten Effekt bringen und manche Daten sind widersprüchlich (WHO, 2023).

Wo liegen die Kernunterschiede?
Zucker und Süßstoffe machen beide ein Getränk süß, aber sie funktionieren ziemlich unterschiedlich.
Zucker bringt immer zwei Dinge mit: Süße und Kalorien. Das klingt erstmal logisch, ist bei Getränken aber besonders relevant, weil man sie oft „nebenbei“ trinkt. Ein Glas ist schnell leer, und je nach Rezeptur können dabei recht schnell einige Gramm Zucker zusammenkommen. Außerdem hat Zucker noch einen zweiten Effekt, den viele unterschätzen: Er beeinflusst die Textur. Zucker macht ein Getränk oft voller, „weicher“ und insgesamt runder im Geschmack. Man hat das Gefühl, dass mehr „Körper“ im Getränk ist, nicht nur Süße.
Süßstoffe liefern ebenfalls Süße, aber meistens mit sehr wenig oder keinen Kalorien. Deshalb werden sie häufig eingesetzt, wenn ein Getränk süß schmecken soll, aber ohne den typischen Zuckergehalt. Geschmacklich ist das aber nicht dasselbe wie Zucker. Manche Süßstoffe haben z. B. einen anderen Süße-Verlauf: Die Süße kommt schneller, bleibt länger oder wirkt „spitzer“. Außerdem bringen Süßstoffe eben nicht automatisch dieses Mundgefühl mit, das Zucker gibt.
Darum ist der Unterschied in Getränken nicht nur „Kalorien ja/nein“, sondern auch Trinkerlebnis. Wenn Zucker reduziert oder ersetzt wird, muss man die Rezeptur oft so anpassen, dass es trotzdem gut schmeckt. Hersteller arbeiten dann häufig stärker mit Säure (für Frische), Kohlensäure (für „Biss“), Aromen (für mehr Tiefe) oder manchmal auch einer leichten Bitter-Note, damit das Getränk nicht flach wirkt. In vielen Fällen werden außerdem mehrere Süßstoffe kombiniert, weil sich so ein runderes Süßeprofil bauen lässt: Einer gibt die „erste Süße“, ein anderer sorgt dafür, dass es länger angenehm bleibt, ohne dass eine einzelne Note zu dominant wird.
Was bedeutet „zuckerfrei“ offiziell?
„Zuckerfrei“ ist in der EU als Nährwertangabe klar definiert: Ein Produkt darf „zuckerfrei“ heißen, wenn es nicht mehr als 0,5 g Zucker pro 100 ml (bei Getränken) enthält (European Parliament & Council of the European Union, 2006).
raaaw ist zuckerfrei
raaaw ist offiziell zuckerfrei, es erfüllt die gängige Definition für „zuckerfrei“, bei der ein Getränk nur sehr geringe Zuckermengen enthalten darf. Unser raaaw Bio Zitrone enthält 0,1 g Zucker pro 100 ml, raaaw Bio Pink Grapefruit 0,3 g Zucker auf 100ml. Damit liegen beide Sorten klar in dem Bereich, der als zuckerfrei gilt. Der Geschmack ist trotzdem da: zitronig, spritzig, nur eben ohne relevante Zuckermenge.
Gerade weil viele ihre Zuckerzufuhr über Getränke oft unbewusst erhöhen (Limo, Eistee, Säfte, Schorlen), ist ein zuckerfreies Getränk eine einfache Alternative: Du musst nichts „weglassen“, sondern ersetzt einfach die Situation, Feierabenddrink, Essenbegleiter, unterwegs, durch etwas, das erfrischt, aber ohne Zucker auskommt. Dazu kommt: Bei raaaw kommt die Süße nicht aus Zucker, sondern der Fokus liegt auf der Frucht, der Kohlensäure und einem klaren, frischen Geschmack, „clean & crisp“ statt „süß & schwer“.

United States Department of Agriculture. (o. J.). Food and Nutrition Information Center: Calories per gram of macronutrients.
World Health Organization. (2015). Guideline: WHO calls on countries to reduce sugars intake among adults and children.
Bundesinstitut für Risikobewertung. (2025). Sweeteners in food – Selected questions and answers.
European Food Safety Authority. (2026). Sweeteners.
European Food Safety Authority. (2013). Scientific Opinion on the re-evaluation of aspartame.
European Food Safety Authority. (o. J.). Aspartame
World Health Organization. (2023). Guideline: Use of non-sugar sweeteners.